Enssle ist neuer NABU-Chef in Stuttgart

Johannes Enssle ist neuer Vorsitzender des NABU-Landesverbandes Baden-Württemberg. Der 34-Jährige wurde im Rahmen der NABU-Landesvertreterversammlung in Stuttgart von den Delegierten der NABU-Gruppen gewählt.

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Gutes Gesetz mit Abstrichen

Erste Lesung des neuen Landesnaturschutzgesetzes

NABU und BUND begrüßen neues Landesnaturschutzgesetz

 

Stuttgart – Heute hat der baden-württembergische Landtag in erster Lesung über die Neufassung des Naturschutzgesetzes debattiert. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU) in Baden-Württemberg bezeichnen die Novellierung als  Verbesserung. Weiterer Nachbesserungsbedarf bestehe jedoch beim Biotopverbund und beim Schutz von Horsten.

 

„Das neue Gesetz erfüllt seinen Zweck: Es sorgt für die Umsetzung der Naturschutzstrategie des Landes. In vielen Bereichen enthält es innovative und zielführende Regelungen“, bilanzieren die Landesvorsitzenden Dr. Andre Baumann (NABU) und Dr. Brigitte Dahlbender (BUND). „Das Naturschutzgesetz ist insgesamt gut, in Teilbereichen sollte aber nachgebessert werden.“ Beide Verbände fordern die Abgeordneten des Landtags auf, es zum besten Naturschutzgesetz Deutschlands zu machen.

 

Umweltverbände fordern mehr Schutz für Biotopverbund und Horstbäume

 

Enttäuscht sind BUND und NABU davon, dass das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) den Biotopverbund im aktuellen Entwurf deutlich geschwächt hat. „In früheren Fassungen waren die für den Biotopverbund wichtigen Flächen wirkungsvoll vor Eingriffen geschützt. Jetzt hat das MLR diese klaren Regeln aufgeweicht“, kritisiert die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender. Dass der Biotopverbund bei der Bauleitplanung einfach nur ‚berücksichtigt‘ werden muss, ist für Dahlbender viel zu wenig. „Wenn der rechtliche Schutz des Biotopverbunds nicht endlich verbessert wird, werden wir auch in 20 Jahren kein funktionierendes Netz von Lebensräumen haben.“

 

Die Naturschutzverbände fordern zudem, dass in Wäldern rund um Horstbäume eine Ruhezone eingeführt wird, um die Brut von Eulen und Greifvögeln nicht zu stören. „Greifvögel brauchen in Wäldern einen besseren Schutz ihrer Horstbereiche“, sagt NABU-Landeschef Baumann. „Andere Bundesländer schützen Horstbereiche von Greif- und Schreitvögeln. Das ist auch in Baden-Württemberg möglich.“ Dies sei auch das Ergebnis eines Rechtsgutachtens, das der NABU in Auftrag gegeben hat.

 

Gesetz bringt Naturschutzstrategie voran

 

Positiv finden NABU und BUND, dass der Gesetzentwurf vorsieht, einen 3.000 Meter breiten Gürtel um Schutzgebiete, Kern- und Pflegezonen von Biosphärengebieten und flächenhafte Naturdenkmale zu legen. Hier dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen angebaut werden. „Es ist gut, dass die Landesregierung unserem Vorschlag folgt, einen 3.000 Meter breiten Gürtel um Schutzgebiete zu legen, in denen keine gentechnisch veränderten Organismen angebaut werden dürfen“, sagt Brigitte Dahlbender.

 

Die beiden Umweltverbände begrüßen außerdem den Schutz von Alleen und unzerschnittenen verkehrsarmen Räumen sowie die verbesserte Beteiligung der Naturschutzverbände bei Planungen, welche die Natur gefährden können. „Das Naturschutzgesetz bringt die neue Naturschutzstrategie des Landes in vielen Punkten deutlich voran und stärkt die Rolle der ehrenamtlichen Naturschutzaktiven“, sagt Andre Baumann.




NABU Aktion: Gärtnern ohne Torf

Der Natur auf der Spur: Bundesweiter „NaturErlebnisTag“ setzt Zeichen


Das NABU-Zentrum und die Landfrauen Birkendorf sind mit dabei!

 

„Der Natur auf der Spur“:. Unter diesem Motto findet am 3. Mai überall in Deutschland bereits zum neunten Mal der „NaturErlebnisTag“ statt. Auch das NABU-Zentrum Birkendorf ist in Zusammenarbeit mit dem Landfrauenverein Birkendorf  mit dabei. Am Sonntag, 3. Mai, können Besucher in der Zeit von 11 bis 17 Uhr die ganze Vielfalt der Natur im NABU Kräutergarten am Naturena Badesee bei der Aktion „Gärtnern ohne Torf“ kennen lernen. Die Birkendorfer Landfrauen bieten leckere Kräuteromelette an. „Es  ist ein tolles Gefühl, mit unserer Aktion Teil einer bundesweiten Initiative zu sein, die mithilft, dass Menschen wieder ihre natürlichen Lebensgrundlagen entdecken.“, so und Sonny Buchmüller, Vorsitzende des Landfrauenvereins Birkendorf und  Wilfried Dieckmann, Leiter des NABU-Zentrums, im Vorfeld der Aktion unisono.

Es geht auch ohne: Torf erfreut sich unter Profis wie Hobbygärtnern großer Beliebtheit im Gartenbau – leider. Denn der Abbau von Torf zerstört in großem Stil unsere Moorlandschaften: Lebensräume vieler Tiere gehen verloren und das Klima wird geschädigt. Insbesondere im Frühjahr steigt die Nachfrage nach Blumenerde. Dabei ist vielen Menschen nicht bekannt, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift „Erde“ größtenteils Torf befindet – der Stoff, aus dem unsere Moore bestehen. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden allein in Deutschland jedes Jahr für den Gartenbau verbraucht. Zwei Drittel davon kommen im Erwerbsgartenbau zum Einsatz, der Rest bei Hobbygärtnern. Ohne zu wissen, tragen viele oft unwissend dazu bei, dass unersetzliche Moorlandschaften verloren gehen. Wissenschaftler und Naturschützer sehen die Verwendung von Torf in Blumentöpfen und Gartenbeeten mit Sorge. Sollte der Torfabbau im gleichen Tempo weiter gehen, dürften die Vorräte in 50 Jahren erschöpft sein.
„Machen Sie mit, engagieren Sie sich für den Moor- und Klimaschutz und informieren sie sich beim Aktionstag gärtnern ohne Torf“, so der Leiter des NABU-Zentrums.  In der Zeit von 11 bis 17 Uhr soll am Sonntag, 3. Mai, auch der Kräutergarten am Naturena Badesee teilweise neu bepflanzt werden. Kräuter können vor Ort auch probiert werden: Die Birkendorfer Landfrauen bieten leckere Kräuteromelette an.

 

Das gesamte Programm für Baden-Württemberg für den NaturErlebnisTag am 3. Mai 2015 ist im Internet unter http://bw.deutscher-naturerlebnistag.de abrufbar.


Natur-Oasen entstehen unter Stromtrassen

Unter Stromtrassen können Oasen etwa für Feldhase und Rebhuhn entstehen
Unter Stromtrassen können Oasen etwa für Feldhase und Rebhuhn entstehen

Stuttgart – Der Ausbau der Energienetze ist nach Ansicht des NABU Baden-Württemberg ein zentraler Baustein der Energiewende. „Die SuedLink-Trasse scheint derzeit aus energiepolitischer Sicht grundsätzlich sinnvoll. Es geht also nicht um das Ob, sondern um das Wie“, sagt Andre Baumann, Landesvorsitzender des NABU Baden-Württemberg. „Damit SuedLink erfolgreich wird, ist eine echte Beteiligung der Bürgerschaft und der gesellschaftlichen Kräfte wichtig. Beteiligung schafft Akzeptanz. Nicht bei allen, aber bei vielen.“

 

Der NABU fordert eine bestmögliche Beachtung des Naturschutzes bei Trassenwahl und -management. „Besonders sensible Naturbereiche sollten umgangen werden. Wo Konflikte mit dem Vogelschutz oder dem Landschaftswert nicht anders zu lösen sind, gilt es auch Kabel unter die Erde zu legen“, sagt Baumann. Es sei wichtig das spätere Trassenmanagement so zu gestalten, dass die biologische Vielfalt dauerhaft profitiert. „Mastfüße sollten extensiviert werden, unter den Masten können Oasen etwa für Feldhase und Rebhuhn entstehen. Über erdverkabelten Hochspannungsleitungen können Blühflächen für Schmetterlinge und Co. angelegt werden.“


Großes Naturschutz-Onlineportal: neu, praktisch, gut

NABU im Ländle liefert Antworten und umfassendes Hintergrundwissen

Stuttgart – Wer verlässliche Antworten auf Fragen rund um Umwelt und Naturschutz sucht, wird beim NABU fündig. Ab sofort ist der mitgliederstärkste Naturschutzverband im Südwesten mit einem neuen Internetauftritt am Start: www.NABU-BW.de ist eines der größten und vielfältigsten Naturschutz-Onlineportale im Ländle. Es bietet ein breites Themenspektrum, umfangreiches Hintergrundwissen und brillante Bilder.

 Aktuelle umweltpolitische Themen bilden nach wie vor einen Schwerpunkt. Aber auch wer Natur erleben möchte, findet praktische Ratschläge für den Ökoalltag, Ausflugsideen oder Naturbeobachtungstipps. Gerade für Familien mit Kindern gibt es viele Anregungen. Zum Beispiel Spielideen für draußen oder die Rubrik „Kinderfragen“: Hier beantworten NABU-Fachleute auf leicht verständliche Weise Fragen, die sich aus den eigenen Beobachtungen in der Natur ergeben.

 „Unsere über 80.000 Mitglieder im Ländle sind von uns Qualität und aktuelle Informationen gewohnt. Diese bieten wir ihnen und allen anderen Interessierten auch weiterhin auf unseren Internetseiten“, sagt  Yvonne Martin, Onlinereferentin beim NABU Baden-Württemberg. „Hinzu kommt: Der NABU ist jetzt endlich richtig im Web 2.0 angekommen. Wir hoffen dadurch mit unseren Inhalten vermehrt auch jüngere Zielgruppen zu erreichen und zu begeistern." Konkret bedeutet das, dass sich www.NABU-BW.de jetzt auch mit Tablets und Smartphones komfortabel nutzen lässt. Zudem sind die Social-Media-Kanäle Facebook, Youtube und Twitter des Landesverbandes im neuen Auftritt integriert und viel präsenter. Ab sofort spielt auf NABU-BW.de zudem die Optik eine größere Rolle – für die Online-Chefin ein Muss: „Schließlich liefert die Natur großartige Motive und durch die neuen Bildformate werden die tolle Aufnahmen unserer vielen NABU-Fotografinnen und -Fotografen ins rechte Licht gerückt!“